Warum gutes Leben für alle nur tauschlogikfrei sein kann.

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Köln

  • Public Climate School WiSe 2020
  • Bildung & Klimawissenschaft
  • Nicht im Stream

Live auf dem YouTube Kanal von SFF Köln: https://youtu.be/ZoP63cxegvA

 

Marktbasierte Lösungen für den Klimawandel werden von großen Teilen der indigenen Bewegungen abgelehnt. Damit werde die Ursache – das exponentielle Wachstum einer Wirtschaft auf Kosten anderer – nur verschlimmert. Denn Markt funktioniert durch Konkurrenz, und die erzeugt Wirtschaftswachstum. Doch das gibt es nur mit mehr Ressourcenverbrauch. Wird CO2 eingespart, werden dafür andere planetare Grenzen (weiter) überschritten. Auch Schwarze (aller Geschlechter) und Frauen (aller Hautfarben und fast aller Schichten) wurden mit dem entstehenden Kapitalismus als Natur und damit Ressource konstruiert. So fehlte es zur Zeit der Sklav*innenbefreiung nicht an Stimmen, die die „Verluste“ ihrer „Eigentümer“ beklagten, und diese in ihrer Freiheit zur Vermarktung eingeschränkt sahen. Auch, wenn heute die Emanzipation fortgeschritten ist – die Logik blieb erhalten. Die Freiheit, die angeblich mit Geld einhergeht, beruht darauf, dass es andere gibt, die etwas lieber nicht täten, es aus ökonomischem Druck aber tun müssen. Vielleicht nicht auf der direkten Ebene des Kaufens, dann aber im Hintergrund von Zuliefererketten. Ansonsten bräuchte es kein Geld. Feminist*innen sprechen vom „Wiederentdecken des Selbstverständlichen“, dass wir nicht erst gegen Geld oder unter Zwang etwas tun, sondern aus innerer Motivation; sei es Lust oder Notwendigkeit. Geht Arbeit darüber hinaus, ist es erzwungenes Handeln. Commons aber ermöglichen die Freiheit aller, indem wir so haben, dass alle sein können, und uns mit unseren Fähigkeiten in die Welt einbringen – nicht, wie der Markt es verlangt, sondern wie wir es für richtig empfinden. Das Klima zu retten kann somit auch als Chance für eine solidarische Gesellschaft genommen werden, die sich dezentral und demokratisch organisiert. Und ohne, dass wir uns alle lieb haben müssten.

Commonds Institut, Bonn und FU BerlinFriederike HabermannKölnGermany