Public Climate Week 2026
Eine Woche Klimabildung für alle!
In der Woche vom 18. bis 22. Mai 2026 erwartet euch zum siebten Mal die Public Climate Week (vorherige Jahre Public Climate School) in Leipzig!
WAS? Klimakrise, ihre gesellschaftlichen Auswirkungen und Lösungsmöglichkeiten.
WIE? Viele Veranstaltungen: Podiumsdiskussionen, Vorträge, Workshops, Lesungen, Musik und vieles mehr!
WO? Überwiegend am Hauptcampus der Universität Leipzig.
Wie immer gilt: Alle Studierende, Lehrende und alle, die Interesse haben, sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Mehr von uns, Students for Future Leipzig, findest du auf Instagram oder Telegram!
Wandel durch Bildung – Eine offene Uni für alle – Gemeinsam für`s Klima – Act Now!
Programmübersicht 2026
Montag, 18.05.2026
Menschen mit Behinderung sind überproportional von den Folgen der Klimakrise betroffen, 80% der Menschen mit Behinderung leben im globalen Süden. Der Workshop liefert eine intersektionale Perspektive auf die Klimakrise. Er befasst Klima- und Behindertengerechtigkeit (Disability justice). Es geht um praktische Aspekte. Weitere Säule des Workshops sind der Klimaprotest selbst und die Beteiligung von Menschen mit Behinderung, die Barrieren und der Ableismus in der Bewegung. Fight Ableism! Die inhaltliche Gestaltung ist je nach (nicht)Vorwissen flexibel. Es braucht kein Vorwissen, um an dem Workshop teilzunehmen. Wenn du dich noch nie mit Ableismus und Aktivismus mit Behinderung beschäftigt hast, sind die EYFA Disabilitylessons empfehlenswert (aber keine Voraussetzung).
Die Folgen des Klimawandels bedrohen Lebensgrundlagen. Dies beeinflusst auch Migrationsdynamiken, etwa wenn Extremwetterereignisse Menschen in die Flucht zwingen oder schleichende Veränderungen wie der Temperaturanstieg landwirtschaftliche Erträge sinken lassen. Dann fehlen Zukunftsperspektiven in oftmals ohnehin fragilen Regionen. Wer, wo und unter welchen Umständen dann sein Zuhause verlässt, ist dabei untrennbar mit Gerechtigkeitsfragen verbunden. Dies wird durch den weltweiten Rückgang an öffentlichen Entwicklungsleistungen noch verschärft. Der Vortrag blickt auf globale Machtverhältnisse im Kontext des Klimawandels und wie sich dies auf Migration und Vertreibung besonders marginalisierter Gruppen auswirkt.
Während Kippunkte um Kipppunkte überschritten werden, werden Milliarden in Aufrüstung gesteckt. Statt ökologische Alternativen zu entwickeln, wird das Geld in geplante Gaskraftwerke und Rüstungsexporte investiert. Ein Teil der krisenhaften Autoindustrie stellt auf Panzerproduktion um, mit exorbitanten Profiten für Rheinmetall & Co. Wir diskutieren in unserem Workshop: Müssen wir wirklich kriegstüchtig werden und was bedeutet das? Wie steht das in Verhältnis zu Klimagerechtigkeit? Was können wir tun?
Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten“, Bürgergeld sei ein „Pull-Faktor“ und deswegen einzukürzen, „wir erleben einen Sozialtourismus dieser Flüchtlinge“. In den letzten Monaten überschlagen sich Angriffe der Merz-Regierung auf unseren Sozialstaat, aber auch auf den Acht-Stundentag oder unser Recht auf Teilzeit. Doch was hat diese Rhetorik und Praxis der Sparpolitik mit Klima zu tun? Wir wollen diskutieren: Wie hängen schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen und Klimaschutz zusammen? Und wie organisieren wir den gemeinsamen Widerstand für eine echte sozial-ökologische Wende?
Dienstag, 19.05.2026
Dieser Vortrag zeigt, wie Aktivist*innen in Deutschland versuchen, das Energiesystem demokratischer zu machen und aus der Profitlogik zu lösen – im Zentrum steht die Initiative RWE & Co enteignen. Dabei geht es um eine Energieversorgung, die sich an Fürsorge, Gerechtigkeit und gemeinsamer ausgehandelter Verantwortung orientiert, statt an Bevormundung und Ausgrenzung.
Der Kohleausstieg ist beschlossen. Doch es bleiben zentrale Fragen offen: Wer trägt die Kosten dieser Transformation und wie kann der Übergang sozial gerecht gestaltet werden? Wir wollen gemeinsam einen Blick auf die Folgen des Strukturwandels werfen: Was bedeutet der Ausstieg konkret für Arbeitsplätze, kommunale Haushalte und regionale Identitäten? Welche Rolle spielen Staat, Konzerne und private Haushalte heute bei der Kohlenutzung? Wer hat die Handlungsmacht, Veränderungen voranzutreiben? Und was geschieht mit den sogenannten Ewigkeitskosten, also den langfristigen Schäden, die auch nach dem Ende des Kohleabbaus bestehen bleiben? Neben wissenschaftlichen Grundlagen geht es um die politische und gesellschaftliche Dimension der Energiewende. Steigende Energiepreise, Gebäudesanierung und Mobilität zeigen, dass die Kosten der Transformation ungleich verteilt sind. Klimaschutz darf nicht zu einer Verteilungsfrage werden, bei der am Ende diejenigen am stärksten belastet werden, die ohnehin schon wenig Spielraum haben. Der Vortrag soll Raum für gemeinsame Diskussion schaffen: Was bedeutet ein gerechter Übergang konkret? Welche politischen Hebel gibt es, und welche bleiben bislang ungenutzt? Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mitzudenken, nachzufragen und mitzudiskutieren. Judith Neidhardt war im Bundestag im Bereich Klimaschutz und Energie tätig und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Fossil Exit. Agatha Majcher promoviert am Reiner Lemoine Kolleg zu sozialer Gerechtigkeit in der Energietransformation und ist ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Fossil Exit. Dauer: ca. 1,5 Stunden | Interaktiv mit Fragen, Diskussion und euren Perspektiven
Die Straße von Hormus ist zu und was nun? Wo kommt unsere Energie dann her? Spoiler: Die Preise für Sonne und Wind bleiben konstant. Ich bin seit einem Jahr als Bauleiter für Windkraftanlagen im Südwesten Leipzigs tätig und würde diese gern besonders in Betracht ziehen (weil ich in dem Bereich einfach die meiste Expertise habe).
Aber ich würde auch das Thema Solarthermie, Gas- und Dampfkraftwerk und Wärmewende (da Teil der Energiewende) einbeziehen. Soweit es mir möglich ist auch den Ausbau der hiesigen Stromnetze.
SUPERBLOCKS Leipzig e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Leipzigs Straßen zurückerobert, für Menschen, Grün und lebendige Nachbarschaft statt Autoverkehr. Kommt mit auf einen geführten Rundgang durch das Projekt in Volkmarsdorf/Neuschönefeld: mit politischem Input und einem direkten Einblick in unseren Aktivismus vor Ort.
Mittwoch, 20.05.2026
Carla Hinrichs schläft noch, als ein Einsatzkommando unter Berufung auf § 129 StGB ihre Wohnung stürmt. Der Vorwurf: Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Letzten Generation. Die Jurastudentin aus Bremen, die sich dafür einsetzt, dass Gesetze auch vom Staat eingehalten werden, landet nun selbst dafür vor Gericht. Dieses Buch ist ein erschütterndes Zeugnis davon, wie verletzt unsere Demokratie ist und der dringliche Appell, die eigenen Grundrechte immer wieder aktiv zu nutzen – solange wir sie noch haben.
Hier geht es nicht um die Klimakrise. Hier geht es um die Demokratie und um die Autokratisierung unseres Staates. Und um den Paragraphen 129 StGB. Ein Gesetz, das die Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Terror und Mafia bemächtigen soll und das missbraucht wird, um Grundrechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Die Anklage gegen Carla Hinrichs und die Letzte Generation wird dadurch zu einem Präzedenzfall gegen die Zivilgesellschaft. Denn ihr Protest war stets gewaltfrei, doch nun droht ihnen Gefängnis. Spannend, emotional und aufrüttelnd erzählt Carla Hinrichs hier die Geschichte einer politisch engagierten jungen Frau und einer der kontroversesten Bewegungen der letzten Dekade.
60-minütiger interaktiver Workshop zu den Themen Klimaresilienz, Ernährung und die globalen Risiken nach Rockström. Außerdem wird der Zusammenhang zu einer regional-saisonalen Versorgung und dem genossenschaftlichen Betriebsmodell der KoLa herstellt.
Wirtschaften wird oft mit dem Erzielen von Profit gleichgesetzt. Aber stimmt das in einer Zeit, in der Unternehmen sich Nachhaltigkeitsziele setzen noch? Und kann es überhaupt langfristig funktionieren, dass Unternehmen auf einer begrenzten Erde jedes Jahr Überschüsse erzielen?
Ein pragmatischer Ausblick darauf, wie der Weg zu einer veganen Mensa aussehen kann.
Donnerstag, 21.05.2026
Documentary about indigenous communities displacement, climate impacts and other interlinked issues in balochistan.
In den vergangenen Jahren haben politisch autoritär-regressive Kräfte zunehmend an Einfluss und Macht gewonnen. In den USA herrschen mittlerweile quasi-faschistische Verhältnisse: mit radikalen Kürzungen im Bereich der Wissenschaft, Unterdrückung von Fakten, bis hin zu Bedrohung von Wissenschaftler:innen. Auch in Deutschland haben führende „konservative“ Kräfte einen zunehmend wissenschaftsfeindlichen und autoritären Kurs eingeschlagen, insbesondere was die Themen Klima, Mobilität und Energie angeht. Entsprechend hat sich ein Gefühl von Eingeschüchtertheit und Ohnmacht in weiten Kreisen der akademischen Welt breit gemacht. Wie man sich – auch und gerade im universitären Kontext – diesen Herausforderungen effektiv stellen kann, wird in diesem Seminar besprochen.
Begrünte Wände erfüllen als Teil der städtischen grünen Infrastruktur wertvolle stadtökologische Aufgaben, wie Hitzeschutz, verbesserte Luftqualität und Erhalt der Artenvielfalt. Bei dem anderthalbstündigen Rundgang zeigen wir gelungene Begrünungsbeispiele, räumen gängige Vorurteile auf und teilen unsere Erfahrungen.
Ergebnisse der COP30 und Ausblick auf COP31 im Kontext aktueller geopolitischer Turbulenzen
The climate crisis is largely driven by the Global North, yet its most severe impacts are felt in the Global South. In this event, activists from the most affected areas will share their experiences, discuss how the crisis impacts their home countries, how they organize their activism, and what they expect from other nations. By listening to their perspectives, we aim to better understand global climate justice and explore ways to act in solidarity.
Freitag, 22.05.2026
Wie können wir in Zeiten sich zunehmend verschärfender Krisen, Kriege und Katastrophen resilient, berührbar und handlungsfähig bleiben? Anhand von Impulsen aus der Klimapsychologie und erfahrungsbasierten Übungen aus der Tiefenökologie widmen wir uns in diesem Workshop unserem Umgang mit unserem individuellen Krisenerleben und gewinnen neue Perspektiven und konkrete Tools für Resilienz, Verbundenheit, Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit. Katja Fröhlich, Psychologin, Transformationswissenschaftlerin und Gründerin von wandelmutig.jetzt schafft mit diesem Workshop einen so behutsamen wie mutigen Reflexions- und Erfahrungsraum, in dem wir uns als aktive oder werdende Wandelgestalter*innen gemeinsam inspirieren und stärken. We are in this together.
Die Hoffnung auf einen sozial-ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft erscheint heute zunehmend brüchig. Der globale Emissionsausstoß steigt weiter an, das 1,5-Grad-Ziel ist nicht mehr erreichbar, und autoritäre, klimaskeptische und rechtskonservative Kräfte gewinnen in zahlreichen Ländern an Einfluss. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Klimaaktivistinnen äußern eine tiefgreifende Skepsis gegenüber der Transformierbarkeit spätmoderner Gesellschaften, prognostizieren eine sich beschleunigende planetare Krise mit disruptivem Potenzial – und bereiten sich teils schon ganz praktisch auf einen gesellschaftlichen Kollaps vor. Dieses Format bietet (1) einen Input über die wichtigsten Protagonist*innen und Beiträge des Kollaps-Diskurses, (2) Einzel- und Kleingruppenreflexionen zu persönlichen Bezugspunkten und (3) eine interaktive Visionsentwicklung: Welche Aufgaben ergeben sich für uns, wenn progressive Transformationspfade zunehmend als verschlossen angesehen werden müssen?
Die bundesweite Aktion macht auf wild wachsende Pflanzen wie Löwenzahn und Co. aufmerksam, die leider von vielen Menschen als „Unkraut“ wahrgenommen werden, aber einen enormen Mehrwert für das städtische Ökosystem haben. Sie liefern Nahrung für unsere Insekten, binden Staub und Schadstoffe und sorgen dafür, dass Oberflächenwasser besser versickern kann. Mit der Entdeckertour helfen wir Ökolöwen, wildes Grün kennen- und schätzen zu lernen. Alle Details und den Link zur Anmeldung dazu findest Du hier.
Stammtisch, Esstisch, Straße oder Fernsehen – schwierige Diskussionen können uns überall begegnen. Wie aber können wir uns ihnen stellen? Und was ist mit den Emotionen, die damit verbunden sind? Darauf wollen wir in geschützter Runde mit praktischen Übungen und Rollenspielen Antworten suchen – begleitet von einem theoretischen Input zu Kommunikation und Emotionsregulation.
Wenn der Kampf fürs Klima zum Kampf gegen den Staat wird: Ehemalige Aktivist:innen der letzten Generation sprechen über die Grenzen des zivilen Ungehorsams, die Kosten des Engagements und die Frage, was uns die Zukunft wert ist.